Welche Optionen gibt es nach dem Auslaufen der EEG-Förderung zum Ende des gesetztlich verankerten Förderungszeitraum? Worauf müssen Anlagenbetreiber achten?

 

Ab Ende 2020 endet für die ersten Photovoltaik- und Windenergieanlagen die auf 20 Jahre angesetzte Förderung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG).

Mit dem Auslaufen der EEG-Vergütung entfällt auch das Privileg beim Photovoltaik-Eigenverbrauch. Dies bedeutet, dass auf den erzeugten Solarstrom aus Post-EEG-Anlagen eine EEG-Umlage von 40 Prozent fällig wird.

Es sei zwar grundsätzlich erlaubt, die Anlage nach dem Ende der EEG-Förderung weiter zu betreiben, allerdings müsse der Anlagenbetreiber einen Abnehmer für den erzeugten Solarstrom finden, wenn dieser ins Netz eingespeist werde.

Alle Anlagenbetreiber haben im Vorfeld der auslaufenden EEG-Förderung grundsätzliche Entscheidungen zu treffen: Was kommt nach dem EEG-Förderende? Lohnt sich der Weiterbetrieb der bestehenden Altanlagen? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Und mit welchen Geschäftsmodellen? Oder ist es an der Zeit, die Anlage außer Betrieb zu nehmen?

Für Betreiber von EEG-Anlagen stellt sich also die Frage, ob und wie die Anlagen nach Förderende weiterbetrieben werden. Bei kleinen Solaranlagen, deren Stromproduktion in einer ähnlichen Größenordnung liegt wie der Stromverbrauch des Betreibers, sind aktuell vor allem folgende Optionen relevant.

1. Verkauf erzeugter Mengen via Energiebörse EEX

Betreiber verkaufen den solar produzierten Strom nach Ende der EEG-Förderung vollständig an der Energiebörse EEX selbst. Derzeit lässt sich Strom via Energiebörse EEX für maximal drei bis vier Eurocent je Kilowattstunde weiterverkaufen. Für den erzeugten Strom wird die oben genannte EEG-Umlage von 40 Prozent fällig.

2. Eigenverbrauch und Einspeisung Restmenge

Betreiber verwenden den Solarstrom zunächst für den Eigenverbrauch im Haushalt oder Gewerbe. Überschüssiger Strom, der nicht selbst verbraucht werden kann, wird vom Anlagenbetreiber (wie unter Option 1 dargestellt) von ihm an der Energiebörse EEX gehandelt und unterliegt der EEG-Umlage von 40 Prozent.

3. Optimierung durch Speicher

Auf Basis der zweiten Option wird ein Stromspeicher eingesetzt, um den zeitlichen Versatz von Stromproduktion und Stromverbrauch auszugleichen. In der Konsequenz kann somit ein höherer Eigenverbrauch erreicht werden.

4. Abbau der Photovoltaik-Anlage

Natürlich kann auch der Abbau der Photovoltaik-Anlage eine mögliche Option darstellen.

5. Teilnahme an alternativen Vermarktungen

Darüber hinaus besteht für EEG-Betreiber die Möglichkeit, an alternativen Vermarktungen teilzunehmen. Diverse Unternehmen in den Bereichen Community-Strom, virtuelle Kraftwerke, Regionalstrom und P2P-Handel zielen darauf ab, den erzeugten Strom direkt zwischen Verbraucher und Erzeuger zu vermitteln. Eine geeignete Lösung können langfristige Stromabnahmeverträge, so genannte Power Purchase Agreements (PPAs) sein. Damit müssen Betreiber nach derzeitigem EEG also einen Direktvermarkter finden, der gegebenenfalls auch kleine Mengen Solarstrom abnimmt.

 

Egal welche Option durch den Anlagenbetreiber gewählt wird, der Anlagenbetreiber muss sich zunächst um die Vermarktungsform der nach dem EEG-Förderungsende erzeugten Energie selbst kümmern. Der Wechsel der Vermarktungsform muss dem Netzbetreiber mitgeteilt werden. Möglicherweise werden dafür auch andere Messanlagen (Zähler, moderne Messeinrichtung, Smart Meter Gateway) benötigt.

 

Die SWS Netze GmbH als Netzbetreiber gibt Ihnen wichtige Hilfestellungen in diesem langwierigen Prozess. Sofern gewünscht, wenden Sie sich bitte über unsere EEG-Hotline unter der Telefonnummer 03831 241 5524 an uns. Gern informieren wir Sie rechtzeitig zu den Möglichkeiten nach dem Auslaufen der EEG-Förderung.