A

Abwasser

Durch den Gebrauch verändertes, abfließendes Wasser und jedes in die Kanalisation gelangende Wasser. Dazu zählen z. B. Schmutzwasser, Regenwasser, Fremdwasser, Mischwasser, Kühlwasser.

Abwasser-
abgabe

Für das Einleiten von Abwasser in ein Gewässer wird je nach der Schädlichkeit und Fracht der Inhaltsstoffe eine Abwasserabgabe erhoben. Die rechtliche Grundlage dafür sind die Abwasserabgabengesetze des Bundes und das des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung mit weiteren Verwaltungsregelungen. Die Abwasserabgabe - als Bestandteil der Abwassergebühr - wird an den Landeshaushalt abgeführt. Die Berechnungseinheit ist die Schadeinheit (SE). Eine Schadeinheit entspricht etwa dem ungereinigten, täglichen Abwasser eines Einwohners.

Derzeit gilt: 1 SE = 35,79 Euro.

Abwasser-
behandlung

Gezielte Veränderung der Abwasserbeschaffenheit durch technische, biologisch und chemische Einwirkung. In Kläranlagen wird das durch den Gebrauch verschmutzte Abwasser in einem mindestens zweistufigen Verfahren - mechanische Vorbehandlung und biologische Zweitbehandlung - von Nähr- und Schadstoffen gereinigt.

Abwasser-
beseitigung

Abwasser-
gebühren

Für den Aufwand der Gemeinde bzw. der von ihr dafür beauftragten Dritten für das Sammeln, Ableiten und Reinigen des Abwassers wird eine verbrauchsabhängige Gebühr erhoben. Die Gebühr wird in der Abwassergebührensatzung der Gemeinde verbindlich und kostendeckend festgelegt. Die Höhe einer Gebühr hängt maßgeblich von den örtlichen Bedingungen ab. Dazu gehört auch das Finanzierungsmodell der Abwasseranlagen. Zuschüsse der öffentlichen Hand und Finanzierung über Beiträge wirken senkend auf die Gebühr. Besonderheiten, wie Höhenunterschiede, geringe Anschlussdichte bzw. sinkender Verbrauch wirken erhöhend auf die Gebühr.

Durchschnittlich müssen in Deutschland für die Abwasserentsorgung 34 cent je Person und Tag entrichtet werden. In Gemeinden, wo die Entsorgung von Regenwasser und Schmutzwasser nicht getrennt (Mischkanalisation) erfolgt, betrug 2003 die durchschnittliche Abwassergebühr 2,14 Euro/m³. In Gemeinden, wo dieses getrennt (Trennkanalisation: Regenkanalisation und Schmutzkanalisation) erfolgt, lag die Abwassergebühr 2003 bei 0,82 Euro/m² versiegelte Fläche für Regenwasser (entspricht etwa 0,79 Euro/m³ Regenwasser) und bei 1,97 Euro/m³ Schmutzwasser (Quelle: BGW 2005, Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e.V.). Die gültige Abwassergebührensatzung der Hansestadt Stralsund finden Sie unter www.stralsund.de/rathaus/ortsrecht in der jeweils aktuellen Fassung.

Da die Gemeinde gesetzlich verpflichtet ist, alles anfallende Abwasser ihrer Bürger umweltgerecht zu reinigen, muss sie ständig eine ausreichende Reinigungskapazität vorhalten. Diese gesetzlich geforderte Kapazitätsvorhaltung verursacht laufende Kosten, die auch dann anfallen, wenn kein Abwasser eingeleitet wird. Diese festen Kosten werden als so genannte Grundgebühr erhoben.

Als Maßstab für die verbrauchsbezogene Abwassergebühr dient die bezogene Trinkwassermenge, die nahezu dem Abwasseranfall entspricht. Nur bei einigen gewerblichen und industriellen Prozessen kommt es zu größeren Abweichungen, so dass hier der Abwasseranfall gesondert (z. B. Abwassermesseinrichtung) ermittelt werden muss.
Nicht eingeleitetes Abwasser kann nur auf termingemäßen Antrag und Nachweis (auf eigene Kosten) abgesetzt werden.

B

Bakterien

Sind einzellige Mikroorganismen. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Naturkreislauf von Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor und Schwefel. Totes organisches und anorganisches Material (=Abwasserinhaltsstoffe) wird von ihnen und von Pilzen mineralisiert, h. h. in eine lösliche, im biologischen Kreislauf wieder nutzbare Form überführt. Darauf beruht die biologische Abwasserreinigung, bei der die dabei neu entstehende Biomasse aus dem Abwasser entfernt wird (Überschussschlamm).

Belebtschlammverfahren

Biologisches Abwasserreingigungsverfahren, bei dem im Belebtschlamm die Abwasserinhaltsstoffe abgebaut werden. Der Belebtschlamm besteht aus verschiedenen Bakterien und verschiedenen Makroorganismen, anorganischem und organischem Bindematerial. Die Belebtschlammflocken müssen gut mit Sauerstoff versorgt und in Schwebe gehalten werden. Die ständig belüfteten und/oder gerührten Becken nennt man Belebungsbecken.

Biogas

Durch biologische Vergärung (Mehangärung), d. h. also ohne Sauerstoffgegenwart, werden hier Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate des u. a. Klärschlamms in speziellen Reaktoren (Faultürme) umgesetzt. Das entsprechende Biogas ist sehr reich an Methan (> 60 Vol %). Je nach Herkunft der Ausgangsstoffe spricht man auch vom Klärgas, Deponiegas oder Biogas in der Landwirtschaft. Das entstehende Biogas wird zur Verstromung oder nur für Heizzwecke verwendet; einen Teil der Wärme benötigt dabei der Gärungsprozess selbst.

Biologische
Stufe

Zweitbehandlung (gesetzlich vorgeschrieben) des Abwassers in einer Kläranlage. Hier erfolgt durch die Tätigkeit von überwiegend Bakterien eine stoffliche Verwertung der Abwasserinhaltsstoffe, die so dem Abwasser auf natürlichem, biologischem Wege entzogen werden. Die Zweitbehandlung ist eine Voraussetzung, um auf Antrag von der Kleineinleiterabgabe befreit werden zu können. Als Verfahren sind hierzu besonders das Belebtschlamm- und das Tropfkörper-Verfahren im Einsatz. Von diesen Verfahren gibt es wiederum sehr verschiedene Varianten, wie Festbee-, Rotationstauchkörper-, und SBR-Verfahren. Bei letzterem handelt es sich um ein zyklisch ablaufendes Verfahren mit erweiterter Abwasserreinigung.

Daneben sind auch noch natürlich belüftete Abwasserteiche und der bepflanzte Bodenfilter (sog. Pflanzklläranlagen) als naturnahe Verfahren häufiger vertreten. Bei der erweiterten Abwasserreinigugn auf biologischem Wege sind unter besonderen technischen Bedingungen spezialisierte Bakterienarten für die Entfernung der Phospor- und Stickstoffverbindungen tätig.

Bodenfilteranlagen

Bei den Bodenfilteranlagen wird das Abwasser über eine flächige Verteilung (Verrieselung) über durchlässiges Bodensubstrat durch biologische, bakterielle Prozesse von den Abwasserinhaltstoffen gereinigt. Um eine Grundwasserverunreinigung zu vermeiden, muss die dafür genutzte Bodenschicht mindestens 1,50 m über dem höchsten Grundwasserspiegel liegen. 

Da diese Bedingungen in den seltesten Fällen ganzjährig vorliegen, gibt es technische Weiterentwicklungen zu diesen Anlagen: Den Launhardt-Reaktor und den bepflanzten Bodenfilter, der im allgemeinen Sprachgebrauch als Pflanzenkläranlage bezeichnet wird. Beide Verfahren haben eine Abdichtung zum Grundwasserleiter. Diese Anlagen sind bei fachgerechter Ausführung sehr wirtschaftlich und haben einen sehr hohen Gesamtreinigugnsgrad, sind jedoch in ihrer Anschlussgröße (Größenklasse beschränkt).

Brauchwasser

In der Regel nicht aufbereitetes Grund- oder Oberflächenwasser (Rohwasser), das für technische, gewerbliche, landwirtschaftliche oder gartenbauliche Zwecke genutzt wird, bei denen keine gesundheitlichen und hygienischen Anforderungen (Trinkwasser-Verordnung) bestehen. Brauchwasseranlagen müssen so beschaffen und betrieben werden, dass keine Verbindung (auch im Störungsfall) mit dem öffentlichen Trinkwassernetz besteht. Hier würde es sonst u. a. zur Verkeimung des Trinkwassernetzes kommen können, deren Folgen der Verursacher zu tragen hätte. Zum Brauchwasser zählt auch Grauwasser, das aus der teilweisen Aufbereitung von häuslichem Abwasser erhalten wird. Es handelt sich hier um eine Mehrfachnutzung des Abwassers. In die öffentliche Schmutzkanalisation eingeleitetes Brauchwasser hat der Einleiter auf seine Kosten mengenmäßig nachzuweisen und unaufgefordert und fristgemäß der Gemeinde bzw. dem von ihr beauftragten Dritten zu melden.

Brunnen

Anlagen zur Grundwasserfassung, aus denen das Grundwasser in der Regel mittels Pumpen an die Oberfläche gefördert wird. Im privaten Bereich findet man meist gegrabene Brunnen; im öffentlichen Bereich dagegen gebohrte Rohrbrunnen. Der Raum um öffentliche Brunnen (Wasserfassungen, die der öffentlichen Wasserversorgung dienen) sind gesetzlich geschützt (Trinkwasserschutzzonen I bis III bzw. III A und III B) und es bestehen in diesen Räumen massive Handlungseinschränkungen. Wird Brunnenwasser im privaten Bereich für Brauchwasser-Zwecke genutzt und anschließend als Abwasser in die Schmutzkanalisation eingeleitet, so ist der Einleiter durch die gemeindliche Abwassergebührensatzung verpflichtet, dies der Gemeinde bzw. dem von ihr beauftragten Dritten unaufgefordert und fristgemäß mitzuteilen, um keine Ordnungswidrigkeit zu begehen.

Biologischer Sauerstoffbedarf

Üblich ist das BSB5(ATH): Analysenparameter, bei dem alle in 5 Tagen biologisch oxidierbaren Stoffe als Summe erfasst werden. Man gibt den im Abwasser benötigten Sauerstoff in mg/l an. Man muss eine Hemmstoff (ATH) zusetzen, damit diese biologische Oxidation in einem ausertbaren Bereich erfolgt. Durch den BSB5 (ATH) werden meist 40 bis 70 % aller biologisch abbaubaren Abwasserinhaltsstoffe erfasst. Es gibt wesentlich mehr Stoffe, die im Gegensatz zum CSB vom BSB gar nicht bzw. sehr unvollständig erfasst werden .Zu 100 % werden die biologisch abbaubaren Abwasserinhaltsstoffe druch den BSB32 (ATH) erfasst; also erst nach 32-tägigem Abbau.
Das tägliche Abwasser eines Einwohners enthält etwa 60 g BSB5(ATH); entsprechend 750 mg/l bei einem spezifischen Abwasseranfall von 80 l je Tag. Die gesetzlichen Mindestanforderungen für dei Einleitung in ein Gewässer erlauben je nach der Anlagengröße (=Größenklasse GK 1-5) folgende CSB-Werte:

GK=1 weniger als 1.000 Einwohner 40 mg/l
GK=2 weniger als 5.000 Einwohner 25 mg/l
GK=3 weniger als 10.000 Einwohner 20 mg/l
GK=4 weniger al 100.000 Einwohner 20 mg/l
GK=5 mehr als 100.000 Einwohner 15 mg/l

Das Verhältnis von BSB/CSB charakterisiert die gute biologische Abbaubarkeit von Abwasser (BSB/CSB = >0,4). Eine gesetzlich vorgeschriebene BSB5 (ATH)-Analyse kostet etwa um 40 Euro (brutto).

C

Chemische Abwasserbehandlung

Die chemische Abwasserbehandlung wird gelegentlich zusätzlich bei der erweiterten biologischen Abwasserbehandlung mit vorgesehen, um bei Störungen des biologischen Systems trotzdem die Abwasserreinigung zu gewährleisten. Dies ist besonders bei der Phosphorentfernung der Fall. Hier werden Eisen- oder Aluminiumsalze zur chemischen Fällung des Phosphors benutzt.

Im 19. (und später noch einmal "ganz neu" im 20.) Jahrhundert wurde versucht, durch chemische Flockung mit Eisensalzen Abwasser zu reinigen. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen wurde diese Methode schon frühzeitig wieder aufgegeben. Ähnlich erging es Versuchen, Abwasser durch Elektrolyseverfahren zu reinigen. Die Flockung wird in großen Kläranlagen teilweise noch mitgenutzt, um einige, biologisch nicht abbaubare Stoffe aus dem vorgereinigten Abwasser zu entfernen. Auch die Verwendung von stark oxidierenden Stroffen (Ozon, Chlor, Hypochlorite, Peroxide, u. a.) haben sich für die Abwasserreinigung nicht bewährt. Man benutzt sie nur gelegentlich noch für die Desinfektion des schon gereinigten Abwassers oder zur Geruchsbekämpfung. Nur für die "Schlammbeseitigung" in Kleinkläranlagen werden diese Stoffe gelegentlich noch als "Wundermittel" angeboten.

Chemischer Sauerstoffbedarf

Analysenparameter, bei dem alle chemisch-katalytisch oxidierbaren Stoffe als Summe erfasst werden. Man gibt den im Abwasser benötigten Sauerstoff in mg/l an. Man verwendet diesen Summenparameter, weil die Analyse der einzelnen Abwasserinhaltsstoffe viel zu aufwendig und zu teuer wäre. Der CSB erfasst weit mehr als 85 % aller Abwasserinhaltsstoffe. Das tägliche Abwasser eines Einwohners enthält etwa 120 g CSB; entsprechend 1.500 mg/l bei einem spezifischen Abwasseranfall von 80 l je Tag. Dei gesetzlichen Mindestanforderungen für die Einleitung in ein Gewässer erlauben je nach der Anlagengröße (Größenklasse GK 1-5) folgende CSB-Werte:

GK = 1 weniger als 1.000 Einwohner 150 mg/l
GK = 2 weniger als 5.000 Einwohner 110 mg/l
GK = 3 weniger als 10.000 Einwohner 90 mg/l
GK = 4 weniger als 100.000 Einwohner 90 mg/l
GK = 5 mehr als 100.000 Einwohner 75 mg/l

Als inerten CSB bezeichnet man biologisch kaum noch abbaubaren CSB. Inerten CSB liefern einige gewerbliche Abwässer, unsachgemäß aufgewirbelte Schlämme in Kläranlagen und auch biologisch neu gebildete naturidentische Humusstoffe. Darum sind in Kläranlagen Ablaufwerte < 15 mg/l CSB kaum zu erreichen. Eine gesetzlich vorgeschriebene CSB-Analyse kostet etwa um 25 Euro (brutto).

Chemische Toiletten

Umgangssprachliche Bezeichnung für desinfizierte Fäkalien, sie sind rechtlich kein Abwasser, sondern gelten als Abfall. Nach dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz können sie aber in Abwasserbehandlungsanlagen verwertet werden. Als Desinfektionsmittel (=Sanitärzusätze) werden biologisch noch abbaubare (höhere Aldehyde) oder nicht biologisch abbaubare Verbindungen (Zinnorganika, Nitroverbindungen, Schwermetallkomplexe, Qua-Tenside (QUAV), diverse Stickstoff- und Schwefelverbindungen u.v.a.m.) verwendet. Chemische Toiletten können nur von großen Kläranlagen angenommen und zusammen mit dem häuslichen Abwasser gereinigt werden. Chemische Toilettenfinden als Provisorien überwiegend im Freizeitbereich Verwendung. Krankenhausabwässer werden vor Einleitung in Kanalisationen ebenfalls mit u. a. höheren Aldehyden desinfiziert.

Chlorierte Kohlenwasserstoffe

Sammelbezeichnung für organische chemische Verbindungen, die chemisch gebundenes Chlor enthalten. Einige CKW werden auf Grund besonderer Eigenschaften zu den besonders gefährlichen Umweltgiften gerechnet. Viele der CKW sind biologisch nicht oder sehr schwer abbaubar. Auf Grund ihrer guten Fettlöslichkeit (Lipophilität) können sich im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichern. Viele CKW sind von erheblicher Giftigkeit, einige können krebserzeugend wirken.

Typische Beispiele für CKW sind Pflanzenschutzmittel (z. B. Lindan - HCCH), Holzschutzmittel (z. B. Pentachlorphenol - PCP), Reinigungs- und Lösemittel (z. B. Trichlorethylen - TRI, Perchlorethylen - PER, Tetrachlorkohlenstoff - TETRA), für die Kunststoffherstellung (z. B. Vinylchlorid - VC, Polyvinylchlorid - PVC), mehrfach chlorierte Dioxine/Furane ("Dioxine"; PCDD/PCDF), Narkosemittel (z. B. Chloroform), Vereisungssprays (z. B. Äthylchlorid), mehrfach chlorierte Phenole (PCB´s) uvam.

Die analytische Untersuchung auf den Screening-Summenparameter AOX (alle an Aktivkohle absorbierbare Halogene) erfasst den Großteil des CKW. Eine AOX-Bestimmung kostete etwa 45 Euro. Der behördliche Grenzwert für den Ablauf der Kläranlage Stralsund liegt bei 0,0001 g/l AOX; für den Klärschlamm bei 500 mg/kg TM.

D

Denitrifikanten

Bakterien, die ihren Energiebedarf durch Reduktion von oxidierten Stickstoffverbindungen teilweise zu Distickstoffmonoxid (sogenannten Lachgas), aber in der Mehrzahl letztlich zu gasförmigen Stickstoff decken.

Denitrifikation

Durch Bakterien (heterotrophe Denitrifikanten) unter sauersofffernenen (anoxischen) Bedingungen vorgneommener Abbau von Nitrat zu Stickstoff und Sauerstoff; unter sehr ungünstigen Verhältnissen auch teilweise zum Distickstoffmonoxid ("Lachgas"), das die Atmosphäre belastet. Dieses Gas entsteht aber auch beim mikrobiellen Abbau in Bodenkulturen z. B. im Rapsanbau.

Die Denitrifikation erfolgt bei der biologischen Behandlung häuslicher oder industrieller Abwässer in der Verfahrensführung normalerweise nach der Nitrifikation.
Dabei entnehmen die Bakterien den Sauerstoff aus den Verbidnungen, die bei der Nitrifikaton gebildet wurden nd geben den Stickstoff in die Luft ab. Dabei muss oft eine externe Kohlenstoffquelle (z. B. in Form von Essigsäure oder Methanol) zudosiert werden. Bei entsprechender Rohabwasserbeschaffenheit kann die Denitrifikation auch als erster Verfahrensschritt vorgenommen werden (Belebungsverfahren mit vorgeschalteter Denitrifikation). Aus dem Nitrifikations (NITRI-Becken)- und Belüftungsbecken wird nitratreiches Abwasser als Sauerstoffquelle in das Denitrifikationsbecken (DENI-Becken) in einem bestimmten Verhältnis zum Gesamtzulauf der Anlage zurückgeführt (z. B. 3- bis 5-fache Zulaufmenge). 

Der hohe Eingangs-BSB des Abwassers wird von den denitrifizierenden Bakterien als Substrat genutzt, Nitrat und Nitrit als Sauerstoffquelle werden reduziert, wobei elementarer Stickstoff ausgast. Durch diese feinen Gasbläschen wird Belebtschlamm mit an die Oberfläche gehoben: Der DENI-Schlamm, den man nicht mit dem Schwimmschlamm verwechseln darf.

Desinfektion von Abwasser

Desodorierung

Dezentrale Abwasserbehandlungsanlage

Dialyse

Dioxine

Direkteinleiter

Dissimilation

Dissolved Inorganic Nitrogen

Dissolved Organic Carbon

Dissolved Organic Nitrogen

Gelöster organisch gebundener Stickstoff einer Ab-/Wasser-Probe, der sich ergibt aus der Differenz des in Lösung befindlichen Kjeldahl-Stickstoffs (TKN) und der gelösten Ammoniak-/Ammonium-Komponente (mit einem Filter mit einer Maschenweite von 0,45 µm nicht abfiltrierbar).

Dritte Reinigungsstufe

Druckentwässerung

Düker

Kreuzungsbauwerk, in dem ein Gewässer oder ein Freispiegelkanal in der Regel unter Druck unter einem Hindernis durchgeführt wird. Dabei wird die Freispiegelableitung unterbrochen.

E

Eigenkontrolle, Eigenüberwachung

Die Eigenkontrolle, Eigenüberwachung dient der ständigen Überprüfung des ordnungsgemäßen Betriebs und der ordnungsgemäßen Unterhaltung der Abwasseranlagen des Abwassereinleiters und der Einhaltung der behördlichen Überwachungswertet. In unserem Land gilt dazu die Selbstüberwachungsverordnung (SÜVO M-V i.d.F. vom 20.12.2006) für Anlagen ab 3 kg BSB5(ATH)/d (d.h. ab ca. 50 angeschlossenen Einwohnern bzw. einer vergleichbaren Abwasserlast in EW: siehe dort). Anlagen mit weniger als 1.000 angeschlossenen Einwohnern müssen z. B. quartalsweise ihren Ablauf untersuchen lassen. Während Anlagen über 1.000 bis zu 5.000 angeschlossenen Einwohnern alle zwei Monate Untersuchungen vorweisen müssen. Bei Anlagen bis zu 10.000 EW sind monatliche Untersuchungen und bei Anlagen bis 50.000 EW wöchentliche Untersuchungen erforderlich. Noch größere Anlagen, wie z. B. die Kläranlage Stralsund, müssen zweimal in der Woche untersucht werden. Bei den Ablaufuntersuchungen sind mehrere Parameter vorgeschrieben, so dass eine Einzeluntersuchung etwa um 150 Euro kostet. Zusätzlich dazu werden die Anlagen je nach Größenklasse durch die Behörde mehrmals jährlich überwacht. Behördliche Kontrollen kosten etwa auch um 150 Euro; aber im erweiterten Umfang um 400 Euro, deren Kosten auf den Erlaubnisinhaber umgelegt werden und die somit auch ein Bestandteil der Abwassergebühr sind.

Einwohnerwert,
bzw. Einwohnergleichwert

Maßzahl zur Bewertung der organischen Verschmutzung eines gewerblichen oder industriellen Abwassers im Vergleich mit der durchschnittlichen Schmutzmenge im Abwasser eines Einwohners (E) pro Tag, ausgedrückt in BSB5(ATH) (Inhibierter Biochemischer Sauerstoffbedarf).

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