Drohne im Einsatz
Wenn am Bundesweiten Warntag die Sirenen heulen, ist das längst nicht mehr das einzige Signal, das die Bevölkerung erreicht. In Stralsund wurde am 10. September 2026 erprobt, wie moderne Technik die klassische Warnung sinnvoll ergänzen kann – mit digitalen Fahrgastanzeigen, vernetzten Warnkanälen und einer Feuerwehrdrohne mit Lautsprechersystem, die erstmals praktisch im Stadtgebiet eingesetzt wurde.
Im Bereich Alter Markt und Hafen stieg die Drohne der Feuerwehr Stralsund auf und übermittelte Warnhinweise direkt aus der Luft. Für die Feuerwehr war es die erste Übung dieser Art. Besonders war zudem die Begleitung durch ein NDR-Team. Betrieben wird die Drohne ausschließlich von der Freiwilligen Feuerwehr, durch eine speziell ausgebildete Gruppe von derzeit zwölf qualifizierten Kameradinnen und Kameraden. Das Fliegen erfordert EU-Fernpilotenqualifikationen, darunter den Kompetenznachweis A1/A3 sowie das Fernpilotenzeugnis A2.
Die Drohne ist mehr als ein fliegender Lautsprecher. Sie kann vorab eingespeicherte Durchsagen in verschiedenen Sprachen abspielen, individuell erstellte Audiodateien wiedergeben und auch Live-Durchsagen direkt übertragen. Mit ihrem Lautsprechersystem eignet sie sich etwa für Unwetterwarnungen bei Veranstaltungen oder die Amtshilfe für die Polizei. Die integrierte Wärmebildkamera erweitert das Einsatzspektrum zusätzlich – etwa bei der Personensuche, dem Aufspüren von Glutnestern bei Vegetationsbränden, der Erstellung von Lagebildern bei weiträumigen Einsatzstellen oder der Erkundung schwer zugänglicher und für Einsatzkräfte nur unter erhöhtem Risiko erreichbarer Bereiche.
Die Einsatzvorbereitung und der Start der Drohne nehmen lediglich rund fünf Minuten in Anspruch – schnell genug, um auch in zeitkritischen Lagen flexibel reagieren zu können. Derzeit ist sie äußerlich noch nicht eindeutig als Feuerwehrdrohne erkennbar, was gerade bei niedrig geflogenen Einsätzen durchaus von Vorteil sein kann. Eine Folierung im Erscheinungsbild der Feuerwehr Stralsund ist deshalb bereits geplant.
Die Feuerwehr Stralsund wertet den Test als Erfolg. Die grundsätzliche Wirksamkeit des Systems wurde bestätigt. Zukünftig soll die Drohne fest in das Warnkonzept der Hansestadt integriert werden.
Zum NDR-Beitrag in der ARD Mediathek: Bundesweiter Warntag – Neues System in Stralsund eingesetzt